Das Wichtigste in Kürze
- Ein Fahrmodus verändert bis zu sieben Systeme gleichzeitig: Gaspedal-Kennlinie, Schaltprogramm, Dämpfer, Lenkung, Auspuffklappen, Stabilitätskontrolle und – bei Allradlern – die Kraftverteilung.
- Die Leistung bleibt in jedem Modus gleich. Was sich ändert, ist, wie direkt und wie ungefiltert sie ankommt.
- Für die Landstraße ist meist der mittlere Modus (Sport, Race mit ESC, Sport bei Lamborghini) die beste Wahl. Der schärfste Modus ist für trockene, freie Strecken gedacht.
- Launch Control ist ein Programm für den optimalen Sprint aus dem Stand: Bremse, Vollgas, loslassen – die Elektronik regelt Drehzahl und Schlupf.
- Bei der Übergabe stellen wir jeden Wagen im Normalmodus bereit und zeigen Dir, wo die Schalter sitzen.
Was ein Fahrmodus wirklich ändert
Der Motor leistet im Komfortmodus exakt so viele PS wie im Rennmodus. Der Unterschied liegt in der Abstimmung der Systeme drumherum:
Gaspedal. Im sportlichen Modus reagiert der Motor auf denselben Pedalweg mit mehr Drosselklappenöffnung – das Auto fühlt sich „nervöser“ und stärker an, obwohl die Maximalleistung gleich bleibt.
Getriebe. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet später hoch, früher runter und härter. Im schärfsten Modus bleibt es im manuellen Betrieb meist im gewählten Gang, statt selbst hochzuschalten.
Fahrwerk. Adaptive Dämpfer werden straffer, das Auto liegt flacher, wankt weniger – und gibt Unebenheiten deutlicher weiter. Ferrari hat dafür die „Bumpy Road“-Taste, mit der Du in jedem Modus die weiche Dämpfung wählen kannst; Lamborghini bietet im EVO den Ego-Modus, in dem Du Antrieb, Lenkung und Fahrwerk getrennt einstellst.
Lenkung. Mehr Lenkkraft, direktere Übersetzung bei Hinterachslenkung (Huracán EVO, Urus).
Auspuff. Die Klappen öffnen – der Wagen wird hörbar lauter.
Stabilitätskontrolle (ESC) und Traktionskontrolle. Der wichtigste Punkt: In den sportlichen Modi greifen die Regelsysteme später ein und lassen mehr Schlupf zu. Ganz abschalten lassen sie sich fast überall – bei Ferrari mit „CT Off“ und „ESC Off“, bei Porsche mit zwei separaten Tasten. Für öffentliche Straßen gibt es dafür keinen Grund.
Allrad. Beim Huracán EVO, R8, Urus und G63 verändert sich zusätzlich die Kraftverteilung zwischen den Achsen – im sportlichen Modus geht mehr Drehmoment nach hinten, das Auto lenkt williger ein.
Die Systeme unserer Flotte im Überblick
| Modell | System | Modi | Bedienung |
|---|---|---|---|
| Ferrari 488 GTB | Manettino | Wet · Sport · Race · CT Off · ESC Off | Drehschalter am Lenkrad, dazu „Bumpy Road“-Taste |
| Lamborghini Huracán EVO | ANIMA | Strada · Sport · Corsa · Ego (individuell) | Hebel unten am Lenkrad |
| Lamborghini Urus | ANIMA / Tamburo | Strada · Sport · Corsa · Neve · Terra · Sabbia · Ego | Hebel in der Mittelkonsole |
| Porsche 911 GT3 (991.2) | Einzeltasten | PDK Sport · PASM Sport · Sport-Auspuff · PSM/TC Off | Tasten in der Mittelkonsole |
| Audi R8 V10 performance | Drive Select | comfort · auto · dynamic · individual, performance: dry · wet · snow | Tasten am Lenkrad |
| Mercedes-AMG G63 | AMG Dynamic Select | Slippery · Comfort · Sport · Sport+ · Individual, dazu Trail · Sand · Rock | Drehregler am Lenkrad / Mittelkonsole |
Auffällig: Porsche verzichtet beim GT3 auf einen Sammelschalter. Jedes System – Getriebe, Dämpfer, Auspuff, Stabilitätskontrolle – hat eine eigene Taste. Das ist konsequent für ein Auto, das vom Fahrer ohnehin alles selbst entschieden haben will.
Welcher Modus wann?
Stadt, Autobahn, Regen: der Basismodus. Strada, Wet, Comfort – hier ist das Auto am leisesten, am weichsten und die Elektronik am aufmerksamsten. Bei Nässe ist das bei einem Heckantriebler wie dem 488 GTB oder dem GT3 die einzige vernünftige Wahl.
Landstraße und Alpen: der mittlere Modus. Sport (Lamborghini, Ferrari, Audi dynamic, AMG Sport) öffnet die Klappen, strafft das Fahrwerk und lässt das Getriebe später schalten – die Stabilitätskontrolle bleibt aber voll aktiv. Für 90 Prozent aller Ausfahrten ist das der richtige Modus: mehr Auto, kein Risiko.
Trocken, frei, übersichtlich: der scharfe Modus. Corsa, Race und Sport+ reduzieren die Eingriffe der Regelsysteme und geben Dir mehr Verantwortung. Auf einer trockenen Passstraße ohne Verkehr ist das ein Erlebnis; im Berufsverkehr auf dem Mittleren Ring bringt es nichts als ein hartes Fahrwerk. Ein Tipp aus der Praxis: Race beim Ferrari ist bei trockener Straße ein sehr guter Landstraßenmodus, weil das E-Diff und die Side Slip Control das Auto stabil halten – Corsa beim Lamborghini ist deutlich radikaler und für die Rennstrecke gedacht.
Schnee, Schotter, Sand: die Geländemodi. Urus und G63 haben eigene Programme für lose Untergründe. Der Urus hebt sich per Luftfederung an, der G63 passt Gasannahme und Sperren an. Für den Schotterweg zur Alm völlig ausreichend.

Launch Control: der perfekte Start aus dem Stand
Die Werksangaben für den Sprint von 0 auf 100 km/h – 2,9 Sekunden beim Huracán EVO, 3,0 beim 488 GTB – entstehen alle mit Launch Control. Das Programm nimmt Dir das schwierigste am Start ab: die richtige Drehzahl und das richtige Maß an Schlupf. Der Ablauf ist bei allen Herstellern ähnlich:
Erstens: Das Auto steht gerade, der Motor ist warm, der sportliche Modus ist gewählt (Race, Corsa, dynamic bzw. Sport+). Zweitens: Bremse mit dem linken Fuß fest treten. Drittens: Gaspedal voll durchtreten – der Motor pendelt sich auf eine feste Startdrehzahl ein, im Display erscheint eine Meldung. Viertens: Bremse loslassen. Die Elektronik regelt Kupplung, Traktion und bei Allradlern die Verteilung nach vorn; Du hältst nur das Lenkrad gerade und das Gas am Boden. Das Getriebe schaltet im Automatikmodus selbst.
Zwei Dinge, die man wissen sollte: Launch Control belastet Kupplung und Antrieb stark – die Hersteller begrenzen deshalb die Zahl der Starts hintereinander. Bei unseren Mietfahrzeugen ist Launch Control aus diesem Grund nicht erlaubt; die Beschleunigung, die ein 488 GTB oder Huracán EVO aus dem Rollen heraus liefert, ist ohnehin das eindrucksvollere Erlebnis.
Fazit
Fahrmodi sind kein Leistungsschalter, sondern ein Charakterschalter: Sie entscheiden, wie viel vom Auto Du spürst und wie viel die Elektronik für Dich regelt. Der beste Modus ist selten der schärfste – auf der Landstraße ist der mittlere Modus fast immer die richtige Wahl, bei Nässe der Basismodus. Und Launch Control ist ein beeindruckendes Programm für den einen perfekten Sprint – bei Mietfahrzeugen aber tabu, weil es Kupplung und Antrieb zu stark belastet.
Häufige Fragen zu Fahrmodi und Launch Control
Hat das Auto im Sport-Modus mehr PS?
Nein. Die Maximalleistung ist in jedem Modus gleich. Der Sport-Modus ändert die Gaspedal-Kennlinie, das Schaltprogramm, Dämpfer, Lenkung, Auspuffklappen und die Eingriffe der Stabilitätskontrolle – das Auto fühlt sich schärfer an, hat aber nicht mehr Leistung.
Was ist Launch Control?
Ein Startprogramm für die optimale Beschleunigung aus dem Stand. Bei getretener Bremse und Vollgas hält der Motor eine feste Drehzahl; beim Lösen der Bremse regelt die Elektronik Kupplung und Schlupf. Die Werksangaben für 0–100 km/h entstehen damit.
Darf ich Launch Control bei einem Mietwagen benutzen?
Nein. Launch Control belastet Kupplung und Antrieb erheblich, deshalb ist sie bei unseren Mietfahrzeugen nicht erlaubt. Die Beschleunigung aus dem Rollen heraus steht Dir in jedem Modus uneingeschränkt zur Verfügung.
Welcher Modus ist bei Regen richtig?
Immer der Basismodus – beim Ferrari heißt er sogar „Wet“, beim Audi gibt es im performance-Modus die Einstellung „wet“, beim G63 „Slippery“. Die Stabilitätskontrolle greift dann am frühesten ein und die Gasannahme ist am sanftesten.
Kann ich die Stabilitätskontrolle ganz ausschalten?
Bei fast allen Modellen ja – bei Ferrari über „ESC Off“ am Manettino, bei Porsche über separate Tasten. Auf öffentlichen Straßen gibt es dafür keinen Grund; die Regelsysteme lassen in den sportlichen Modi ohnehin genug Spielraum.



