Das Wichtigste in Kürze
- Die Ferrari Geschichte der eigenen Automobilproduktion begann 1947 mit dem Ferrari 125 S.
- Enzo Ferrari gründete 1929 in Modena die Scuderia Ferrari als Rennstall.
- Das Ferrari-Logo mit dem Pferd geht auf Francesco Baracca zurück.
- Die Modellgeschichte führt vom Frontmotor-V12 über Mittelmotor-Konzepte bis zu Hybrid- und Elektroantrieben.
- Seit 1950 tritt Ferrari ohne Unterbrechung in der Formel 1 an.
Ferrari Geschichte: Von der Scuderia Ferrari zum ersten Auto
Enzo Ferrari, geboren 1898 in Modena, wurde 1920 Werksfahrer bei Alfa Romeo, nachdem er bei der Targa Florio Zweiter geworden war. 1929 gründete er in Modena die Scuderia Ferrari. Der Rennstall setzte anfangs Rennwagen von Alfa Romeo ein und baute noch keine eigenen Autos. Nach der Trennung von Alfa Romeo entstand 1939 Auto Avio Costruzioni. 1940 wurde dort der 815 gebaut, noch ohne den Namen Ferrari. 1943 zog der Betrieb nach Maranello um.
Als erster Ferrari gilt der 125 S, ein Rennsportwagen von 1947. Der Ferrari 125 fuhr sein erstes Rennen am 11. Mai 1947 in Piacenza. Rund zwei Wochen später gewann er den Großen Preis von Rom. Seinen 1,5-Liter-V12 konstruierte Gioacchino Colombo. 1949 folgte mit dem Ferrari 166 Inter der erste Gran Turismo der Marke für die Straße.
Das Ferrari-Logo und Francesco Baracca
Das Ferrari-Logo geht auf Francesco Baracca zurück, einen italienischen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs. Er führte das Pferd ab 1917 auf seinem Flugzeug. Enzo Ferrari lernte 1923 nach einem Rennen auf dem Circuito del Savio bei Ravenna die Familie Baracca kennen. Baraccas Mutter regte an, das aufbäumende Pferd als Glücksbringer zu übernehmen. Seit 1932 nutzte die Scuderia Ferrari das Zeichen auf gelbem Grund, der Farbe seiner Heimatstadt Modena. Seit dem 125 S von 1947 steht es auf den Autos der Marke.
Ferrari in der Formel 1
Ferrari ist eng mit dem Motorsport verbunden. Der erste Start in der Formel 1 erfolgte 1950 beim Großen Preis von Monaco, 1951 folgte der erste Sieg beim Großen Preis von Großbritannien. 1952 gewann Alberto Ascari den ersten Fahrertitel. Ferrari ist bis heute das einzige Team, das seit 1950 in jeder Saison der Formel 1 angetreten ist.
Ferrari Modellgeschichte im Überblick: Zeitleiste seit 1947
Die folgende Zeitleiste zeigt eine Auswahl wichtiger Stationen der Modellgeschichte. Berücksichtigt sind Modelle, die für den Wandel bei Antrieb, Bauform oder Einordnung in der Modellpalette stehen. Das Jahr nennt jeweils die Vorstellung oder den Produktionsbeginn.
| Jahr | Modell | Antrieb | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1947 | Ferrari 125 S | 1,5-Liter-V12, 118 PS | Erstes Auto mit dem Namen Ferrari |
| 1949 | Ferrari 166 Inter | 2,0-Liter-V12, 90 PS | Erster Gran Turismo für die Straße |
| 1962 | Ferrari 250 GTO | 3,0-Liter-V12, knapp 300 PS | GT-Rennwagen mit Straßenzulassung |
| 1964 | Ferrari 275 GTB | 3,3-Liter-V12, 280 PS | Einzelradaufhängung an allen vier Rädern |
| 1967 | Dino 206 GT | 2,0-Liter-V6, 180 PS | Erster Straßenwagen mit Mittelmotor |
| 1968 | Ferrari 365 GTB/4 "Daytona" | 4,4-Liter-V12, 352 PS | Frontmotor-Coupé mit 280 km/h |
| 1971 | Ferrari 365 GT4 BB | Zwölfzylinder | Zwölfzylinder als Mittelmotor hinter den Sitzen |
| 1975 | Ferrari 308 GTB | 3,0-Liter-V8 | Beginn der Mittelmotor-V8-Linie |
| 1984 | Ferrari 288 GTO | k. A. | Erster Wagen der Supersportwagen-Linie |
| 1984 | Ferrari Testarossa | 4,9-Liter-Zwölfzylinder, 390 PS | Nachfolger der Berlinetta-Boxer-Reihe |
| 1987 | Ferrari F40 | 2,9-Liter-V8-Biturbo, 478 PS | Modell zum 40-jährigen Jubiläum |
| 1995 | Ferrari F50 | 4,7-Liter-V12, 520 PS | Motor aus der Formel 1 abgeleitet |
| 2002 | Ferrari Enzo | k. A. | Nachfolger des F50 |
| 2009 | Ferrari 458 Italia | 4,5-Liter-V8-Saugmotor, 570 PS | Letzter Mittelmotor-V8 der Linie ohne Turbo |
| 2013 | LaFerrari | 6,3-Liter-V12 plus Elektromotoren, 963 PS | Erster Serien-Ferrari mit Hybridantrieb |
| 2015 | Ferrari 488 GTB | 3,9-Liter-V8-Biturbo, 670 PS | Wechsel vom Saugmotor zum Biturbo |
| 2019 | Ferrari SF90 Stradale | V8-Biturbo, Plug-in-Hybrid | Erster Serien-Plug-in-Hybrid der Marke |
| 2022 | Ferrari Purosangue | 6,5-Liter-V12, 725 PS | Erster Viertürer der Marke |
| 2024 | Ferrari F80 | 3,0-Liter-V6-Biturbo plus Elektromotoren, 1.200 PS | Nachfolger des LaFerrari |
| 2026 | Ferrari Luce | Vier Elektromotoren | Erstes rein elektrisches Serienauto |
Stand: Oktober 2026. Die Zeitleiste ist eine Auswahl wichtiger Stationen; das Jahr nennt jeweils die Vorstellung oder den Produktionsbeginn.
Die 1960er und 1970er: Vom Frontmotor-V12 zum Mittelmotor
Die 1960er- und 1970er-Jahre markieren einen Umbau in der Geschichte der Marke. Neben klassischen Frontmotor-Coupés erschienen neue Mittelmotor-Konzepte für die Straße. 1969 übernahm Fiat 50 Prozent des Unternehmens. Die Karosserien von 275 GTB und 308 GTB fertigte Scaglietti.
- 250 GTO (1962): Ein 3,0-Liter-V12 leistet knapp 300 PS. GTO steht für Gran Turismo Omologato; gebaut wurden 36 Exemplare als GT-Rennwagen mit Straßenzulassung.
- 275 GTB (1964): Ein 3,3-Liter-V12 leistet 280 PS. Einzelradaufhängung an allen vier Rädern und das Getriebe an der Hinterachse prägten das Konzept.
- Dino 206 GT (1967): Ein 2,0-Liter-V6 leistet 180 PS. Er war der erste Straßenwagen aus Maranello mit Mittelmotor, und die Marke Dino erinnert an Enzo Ferraris Sohn Alfredo.
- 365 GTB/4 "Daytona" (1968): Ein 4,4-Liter-V12 vorn leistet 352 PS. Der Beiname verweist auf den Dreifachsieg bei den 24 Stunden von Daytona 1967.
- 365 GT4 BB (1971): Ein Zwölfzylinder sitzt als Mittelmotor hinter den Sitzen. Aus der Berlinetta-Boxer-Reihe ging 1984 der Testarossa hervor.
- 308 GTB (1975): Ein 3,0-Liter-V8 arbeitet als Mittelmotor. Er markierte den Beginn der Mittelmotor-V8-Linie; 1977 folgte der offene 308 GTS mit abnehmbarem Targadach.
Testarossa, F40 und F50: Die Supersportwagen ab 1984
Der Testarossa erschien 1984 als Nachfolger der Berlinetta-Boxer-Reihe. Sein Name bedeutet „roter Kopf“ und bezieht sich auf die rot lackierten Ventildeckel. Angetrieben wurde er von einem 4,9-Liter-Zwölfzylinder. In der Modellgeschichte steht er für die Fortsetzung des Zwölfzylinder-Mittelmotor-Konzepts, das im 512 TR und im F512 M bis 1996 weiterlief.
1984 begann mit dem 288 GTO die Supersportwagen-Linie der Marke. Der F40 folgte 1987 zum 40-jährigen Jubiläum und war der letzte Ferrari, der noch unter Enzo Ferrari entwickelt wurde. Nach Enzo Ferraris Tod 1988 in Modena setzte der F50 die Linie fort. Er erschien 1995 zum 50-jährigen Jubiläum, sein V12 war aus der Formel 1 abgeleitet.
Seit 2009: Turbo, Hybrid und Elektro
2009 erschien der 458 Italia. In der Modellgeschichte steht er als letzter Mittelmotor-V8 der Linie ohne Turbo. 2015 folgte der 488 GTB, der nach dem California T den Wechsel zum Biturbo fortsetzte. Von 2019 bis 2023 übernahm der F8 Tributo die Rolle des Nachfolgers in dieser Baureihe und führte das Konzept des Mittelmotor-V8 weiter.
2013 brachte LaFerrari den Hybridantrieb in die Serienproduktion. 2019 folgte mit dem SF90 Stradale der erste Serien-Plug-in-Hybrid der Marke. Der Purosangue erweiterte die Modellpalette 2022 als erster Viertürer. 2024 erschien der F80 als Nachfolger des LaFerrari. 2026 folgte mit dem Luce das erste rein elektrische Serienauto aus Maranello.
Fazit
Die Ferrari Geschichte zeigt über fast acht Jahrzehnte den Wandel von der Scuderia Ferrari zum Hersteller eigener Straßenautos. In der Ferrari Modellgeschichte reicht der Bogen vom ersten Ferrari mit V12 über Mittelmotor-Konzepte bis zu Hybrid und Elektro. Der Ferrari 488 GTB steht in dieser Entwicklung für den Wechsel zum Biturbo-V8.
Häufige Fragen zur Ferrari Geschichte
Wie ist Ferrari entstanden?
Enzo Ferrari gründete 1929 in Modena die Scuderia Ferrari als Rennstall für Alfa Romeo. Nach der Trennung entstand erst Auto Avio Costruzioni, später zog der Betrieb nach Maranello um. 1947 folgte mit dem Ferrari 125 S das erste Auto mit eigenem Namen.
Wann gab es den ersten Ferrari?
Als erster Ferrari gilt der 125 S aus dem Jahr 1947. Der Rennsportwagen mit 1,5-Liter-V12 fuhr am 11. Mai 1947 in Piacenza sein erstes Rennen und gewann rund zwei Wochen später den Großen Preis von Rom.
Wieso hat Ferrari ein Pferd als Logo?
Das Pferd im Ferrari-Logo stammt von Francesco Baracca, der es ab 1917 auf seinem Flugzeug führte. Nach einem Rennen 1923 empfahl seine Familie Enzo Ferrari, das Symbol zu übernehmen. Seit 1932 nutzt die Scuderia Ferrari das aufbäumende Pferd.
Welche berühmten Ferrari-Klassiker gibt es?
Zu den bekannten Klassikern zählen der 250 GTO, der 275 GTB, der Dino 206 GT und der 365 GTB/4 "Daytona". Für die 1980er- und 1990er-Jahre stehen außerdem Testarossa, F40 und F50 als wichtige Stationen der Geschichte der Marke.
Welchen Ferrari kannst Du bei uns mieten?
Bei uns fährst Du den Ferrari 488 GTB. Das Modell steht in der Geschichte der Marke für den Wechsel vom Saugmotor zum Biturbo in der Mittelmotor-V8-Linie. Alles Weitere steht unter Ferrari mieten.



