Ferrari Manettino erklärt

Der Ferrari Manettino ist der Drehschalter am Lenkrad, mit dem Du die Fahrmodi wählst. Mit einer kurzen Bewegung passt Du die Abstimmung des Autos an die Fahrsituation an. Hier erfährst Du, wie der Schalter funktioniert, woher das System kommt, was es verändert und welche Stellung auf öffentlichen Straßen sinnvoll ist.

Lenkrad des Ferrari 488 GTB mit Manettino-Drehschalter
Unten rechts am Lenkrad sitzt der Manettino: Cockpit des Ferrari 488 GTB. Foto: Diamond Cars.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Manettino ist ein Drehschalter unten rechts am Lenkrad zur schnellen Wahl der Fahrmodi.
  • Das System steuert unter anderem das Verhalten von Traktionskontrolle, Stabilitätskontrolle, Getriebe und Dämpfern.
  • Die Motorleistung des Fahrzeugs bleibt in allen Stellungen gleich, es ändert sich nur die Abstimmung.
  • Vorbild sind die Lenkräder der Formel 1; das erste Straßenauto mit Manettino war 2004 der Ferrari F430.
  • Hybrid-Modelle haben zusätzlich einen eManettino für den Hybridantrieb; unser Ferrari 488 GTB hat fünf Manettino-Stellungen und keinen eManettino.

Was ist der Ferrari Manettino?

Der Begriff "Manettino" bedeutet im Italienischen wörtlich übersetzt "kleiner Hebel". Gemeint ist ein Drehschalter unten rechts am Lenkrad, der die Fahrmodi bündelt. Mit einem Dreh änderst Du die Abstimmung des Autos, ohne zur Mittelkonsole greifen zu müssen. Ferrari verfolgt damit den Gedanken, wichtige Fahrfunktionen direkt am Lenkrad bereitzustellen.

Je nach Stellung verändert der Manettino mehrere Systeme gleichzeitig. Dazu gehören unter anderem:

  • Gaspedal-Kennlinie
  • Schaltzeiten des Getriebes
  • Härte der Dämpfer
  • Verhalten des elektronischen Differenzials (E-Diff)
  • Eingriffe von Traktionskontrolle und Stabilitätskontrolle

Die Motorleistung bleibt in jeder Stellung gleich, es ändert sich die Abstimmung. Das Auto reagiert je nach Stellung ruhiger oder direkter. Andere Marken lösen dieselbe Aufgabe mit eigenen Systemen, etwa Lamborghini mit ANIMA oder Audi mit Drive Select. Einen Vergleich findest Du im Ratgeber Fahrmodi erklärt.

Vom Formel-1-Lenkrad auf die Straße: die Herkunft

Vorbild sind die Lenkräder der Formel 1. Michael Schumacher drängte ab dem Jahr 1996 bei Ferrari darauf, wichtige Funktionen direkt auf das Lenkrad zu legen. Die Bedienung sollte mit Handschuhen möglich sein, ohne den Blick von der Strecke zu nehmen. Der Ferrari Enzo hatte in den Jahren 2002 bis 2004 ein ähnliches System, verteilte die Funktionen damals aber noch auf einzelne Tasten am Lenkrad.

Das erste Straßenauto mit Manettino war der Ferrari F430 im Jahr 2004. Entworfen hat den Schalter Frank Stephenson, der Designer des F430. Statt mehrerer Tasten wie beim Enzo genügte nun ein Dreh an einem Schalter. Mit dem F430 führte Ferrari auch das E-Diff ein, dessen Verhalten der Manettino seither mitsteuert.

Ferrari Manettino: Stellungen und Fahrmodi im Überblick

Die genauen Bezeichnungen der Fahrmodi hängen immer vom jeweiligen Modell ab. Die folgende Tabelle zeigt Dir die fünf Stellungen des Ferrari 488 GTB. Anhand dieser Übersicht erkennst Du, wie das System verschiedene Fahrzeugkomponenten auf die aktuelle Situation abstimmt. Von oben nach unten nehmen die Eingriffe der Regelsysteme ab.

StellungGedacht fürWas sich ändert
WetRegen und rutschige StraßeStabilitätskontrolle und Traktionskontrolle greifen früh ein, die Gasannahme ist sanfter.
SportStandardstellung für trockene StraßeDirektere Gasannahme als in Wet, alle Regelsysteme bleiben voll aktiv.
RaceTrockene, freie StreckenSchnellere Schaltzeiten, offenere Auspuffklappen, straffere Dämpfung, die Regelsysteme greifen später ein.
CT OffErfahrene Fahrer auf abgesperrter StreckeTraktionskontrolle abgeschaltet, Stabilitätskontrolle bleibt aktiv.
ESC OffErfahrene Fahrer auf abgesperrter StreckeZusätzlich ist die Stabilitätskontrolle abgeschaltet.

Neben dem Manettino befindet sich eine Taste mit der Aufschrift "Bumpy Road". Mit ihr wählst Du in jeder Stellung eine weichere Dämpfung, was auf welligen Straßen hilfreich ist. Beim 296 GTB ändert ein Druck auf den Schalter die Federungseinstellung. Beim F430 hießen die Stellungen Ice für Schnee und Eis, geringe Haftung für Nässe, Sport, Race und CST Off.

Welche Stellung auf öffentlichen Straßen sinnvoll ist

  • Regen und nasse Straße: Wet, weil Traktionskontrolle und Stabilitätskontrolle früh eingreifen.
  • Stadt, Autobahn und Landstraße: Wet als ruhigste Abstimmung oder Sport, weil alle Regelsysteme voll aktiv bleiben.
  • Trockene, freie Landstraße: Race nur bei trockener Fahrbahn und freier Sicht, weil die Regelsysteme später eingreifen.
  • CT Off und ESC Off: auf öffentlichen Straßen gibt es dafür keinen Grund, weil die Regelsysteme teilweise oder ganz abgeschaltet sind.

Unsere Fahrzeuge sind ausschließlich für den öffentlichen Straßenverkehr gedacht. Rennstrecke, Drifts und Launch Control sind bei Mietfahrzeugen tabu. Welche Stellung zu Deiner Strecke passt, klären wir bei der Übergabe. Maßgeblich ist die Einweisung am Auto, denn Stellungen und Bedienung unterscheiden sich je nach Modell.

eManettino: der zweite Schalter bei Hybrid-Modellen

Der eManettino ist ein zweiter Wählschalter für den Hybridantrieb, der zusätzlich zum Manettino verbaut ist. Eingeführt wurde dieses System 2019 mit dem SF90 Stradale, dem ersten Ferrari mit Plug-in-Hybrid. Der Schalter sitzt links am Lenkrad und wird per Berührung bedient. Auch der 296 GTB und der 849 Testarossa haben einen eManettino.

Der Manettino regelt weiter Fahrwerk und Regelsysteme, der eManettino das Zusammenspiel von Verbrennungsmotor und Elektromotoren. Das System umfasst vier Programme:

  • eDrive: Das Auto fährt rein elektrisch.
  • Hybrid: Das Programm ist beim Start aktiv und schaltet den Verbrennungsmotor je nach Bedarf zu oder ab.
  • Performance: Der Verbrennungsmotor läuft dauerhaft und lädt die Batterie.
  • Qualify: Verbrennungsmotor und Elektromotoren stellen die volle Leistung bereit, die Batterie wird weniger nachgeladen.

Fazit

Der Ferrari Manettino legt die Fahrmodi auf einen Schalter am Lenkrad. Die Leistung bleibt gleich, verändert werden Gasannahme, Schaltzeiten, Dämpfung und Regelsysteme. Für öffentliche Straßen reichen Wet, Sport und bei trockener, freier Strecke Race. Im Ferrari 488 GTB aus unserer Flotte lernst Du den Schalter bei der Übergabe kennen und nutzt ihn auf Deiner Fahrt selbst.

Häufige Fragen zum Ferrari Manettino

Was ist der Ferrari Manettino?

Der Ferrari Manettino ist ein Drehschalter unten rechts am Lenkrad. Über ihn wählst Du die Fahrmodi und veränderst die Abstimmung von Gaspedal, Schaltzeiten, Dämpfern und Regelsystemen. Die Leistung bleibt gleich, aber das Auto reagiert je nach Stellung ruhiger oder direkter.

Welche Fahrmodi bietet der Ferrari Manettino?

Die Stellungen hängen vom Modell ab. Der 488 GTB bietet die fünf Programme Wet, Sport, Race, CT Off und ESC Off. Der F430 hatte zusätzlich eine eigene Stellung Ice für Schnee und Eis. Je nach Modell unterscheiden sich außerdem Benennung, Bedienung und Abstimmung der einzelnen Programme.

Hat ein Ferrari im Race-Modus mehr PS?

Nein. Die Motorleistung bleibt in allen Stellungen gleich. Im Race-Modus ändert sich die Abstimmung des Autos: Die Gasannahme wird direkter, die Schaltzeiten verkürzen sich und die elektronischen Regelsysteme greifen später ein. Mehr Leistung erzeugt der Schalter nicht, er verändert nur das Verhalten des Fahrzeugs.

Welche Manettino-Stellung passt bei Regen?

Bei Regen und nasser Fahrbahn ist Wet die passende Stellung. In diesem Programm greifen Traktionskontrolle und Stabilitätskontrolle früh ein, und die Gasannahme fällt sanfter aus. Für öffentliche Straßen ist das die ruhigste Abstimmung und damit eine passende Wahl bei wenig Grip.

Welchen Ferrari kannst Du bei uns mieten?

In unserer Flotte in Grünwald fährst Du den Ferrari 488 GTB mit 3,9-Liter-V8-Biturbo und 670 PS. Sein Manettino hat fünf Stellungen, die wir Dir bei der Übergabe erklären. Alles Weitere steht unter Ferrari mieten.

Über den Autor
Lukas Schulte

Vermietet mit Diamond Cars seit 2015 Sportwagen und Luxus-SUV in München – aus eigener Flotte, mit persönlicher Übergabe und Einweisung. Die Beiträge im Ratgeber beruhen auf dem täglichen Umgang mit den Fahrzeugen und auf geprüften Herstellerangaben.

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