Das Wichtigste in Kürze
- Gebaut 1974 bis 1990 in Sant’Agata Bolognese, knapp 2.000 Exemplare in fünf Baustufen vom LP400 bis zum 25th Anniversary.
- Design von Marcello Gandini (Bertone): Keilform, Scherentüren, längs eingebauter V12 hinter dem Fahrer – das Rezept jedes Lamborghini-Zwölfzylinders bis heute.
- Vom 4,0-Liter-V12 mit 375 PS (LP400) zum 5,2-Liter mit 455 PS (Quattrovalvole); Werksangaben bis knapp 300 km/h.
- Das erste Auto, das mit Poster und Spielzeugmodell mehr Kinderzimmer erreichte als Garagen – der Ursprung des Wortes Supercar, wie wir es heute benutzen.
- Wer die Idee heute fahren will – Mittelmotor-Sauger, Keilform, Lamborghini-Theater –, findet sie im Lamborghini Huracán EVO unserer Flotte.
Geschichte: von der Studie LP500 zum Serienauto
Auf dem Genfer Salon 1971 zeigte Bertone eine Studie, die aussah, als käme sie aus einer anderen Zeit: den Lamborghini LP500. Flach, keilförmig, mit Türen, die nach oben schwenkten. Der Legende nach rief ein Mitarbeiter beim ersten Anblick „Countach!“ – ein piemontesischer Ausruf des Erstaunens –, und der Name blieb. Ferruccio Lamborghini gab das Auto zur Serie frei; die Entwicklung dauerte drei Jahre.
1974 kam der Countach LP400 auf den Markt, als Nachfolger des Miura. Die Bezeichnung LP steht für „longitudinale posteriore“: Der V12 sitzt längs hinter dem Fahrer, allerdings umgedreht – das Getriebe zeigt nach vorn und liegt zwischen den Sitzen, der Kraftfluss läuft durch die Ölwanne zurück zur Hinterachse. Das ergab einen kurzen Radstand, eine perfekte Gewichtsverteilung und einen Schalthebel direkt am Getriebe.
Es folgten der LP400 S (1978, breitere Reifen, Kotflügelverbreiterungen, optionaler Heckflügel), der LP500 S (1982, 4,75 Liter), der 5000 Quattrovalvole (1985, 5,2 Liter, vier Ventile pro Zylinder, 455 PS) und 1988 der 25th Anniversary, an dessen Überarbeitung ein junger Ingenieur namens Horacio Pagani beteiligt war. 1990 löste der Diablo den Countach ab. Insgesamt entstanden knapp 2.000 Exemplare.
Design: die Keilform, die alles veränderte
Marcello Gandini war 32, als er den Countach zeichnete. Er hatte zuvor den Miura, den Alfa Romeo Carabo und den Lancia Stratos entworfen – Autos, die mit jeder Rundung brachen. Der Countach war die Konsequenz: eine einzige Linie von der Nase bis zum Heck, ein Cockpit, das weit vorn sitzt, und dahinter der Motor unter Lamellen und Lufthutzen. Die Windschutzscheibe war so flach, dass man beim Rückwärtsfahren die Tür öffnete, sich auf die Schwelle setzte und über das Dach nach hinten sah.
Die Scherentüren waren keine Show, sondern eine Notwendigkeit: Der Countach ist so breit und der Schweller so hoch, dass normale Türen in einer Garage nicht aufgegangen wären. Seitdem sind sie das Erkennungszeichen jedes Zwölfzylinder-Lamborghini – Diablo, Murciélago, Aventador, Revuelto. Der Huracán als V10-Modell hat konventionelle Türen, aber die Keilform, die scharfen Kanten und die sechseckigen Motive im Design gehen direkt auf den Countach zurück.
Motor & Fahrgefühl: der V12 und sein Charakter
Der Zwölfzylinder des Countach stammt in seinen Grundzügen von Giotto Bizzarrini aus dem Jahr 1963 – Lamborghinis erster Motor überhaupt. Im LP400 hatte er 3,9 Liter und 375 PS, im Quattrovalvole 5,2 Liter und 455 PS bei 7.000/min. Sechs Weber-Doppelvergaser (in Europa), ein Schaltgetriebe mit fünf Gängen und kein einziges elektronisches Helfersystem. Werksangaben: 0–100 km/h in unter fünf Sekunden, knapp 300 km/h Spitze – Werte, die in den 1980ern niemand nachprüfte, aber jeder glaubte.
Zu fahren war der Countach anstrengend: schwere Kupplung, schwere Lenkung, ein Getriebe, das kalt kaum zu schalten war, eine Sitzposition, in der große Fahrer den Kopf einzogen, und eine Sicht nach hinten, die es nicht gab. Wer heute einen fährt, beschreibt es als körperliche Erfahrung. Genau das machte den Reiz aus: Der Countach war kein Auto, das man benutzte, sondern eines, das man bezwang.

Das Erbe: vom Countach zum Huracán EVO
Der Countach hat Lamborghini zwei Dinge hinterlassen: die Form und die Haltung. Die Form – Keil, Mittelmotor, Kanten statt Kurven – ist bis heute die Grundlage jedes Modells aus Sant’Agata. Die Haltung – lauter, wilder, kompromissloser als Ferrari – ebenso. Was sich geändert hat, ist die Fahrbarkeit: Der Huracán EVO hat Allradantrieb, Hinterachslenkung, ein Doppelkupplungsgetriebe und eine Fahrdynamikregelung (LDVI), die das Auto in jeder Situation berechenbar macht. Ein Countach-Fahrer von 1985 hätte das für Science-Fiction gehalten.
Geblieben ist der Saugmotor. Während fast alle Wettbewerber auf Turbolader umgestiegen sind, hält Lamborghini beim Huracán am 5,2-Liter-V10 fest: 640 PS bei 8.000/min, 8.500/min Maximaldrehzahl, ein Klang, der mit der Drehzahl wächst – die direkte Fortsetzung dessen, was den V12 des Countach ausmachte. Genau dieses Modell steht in unserer Flotte. 2022 legte Lamborghini den Namen übrigens neu auf: Der Countach LPI 800-4 war eine auf 112 Exemplare limitierte Hommage auf Basis des Aventador.
| Countach 5000 QV (1985) | Huracán EVO (2019) | |
|---|---|---|
| Motor | 5,2-l-V12-Saugmotor, Mittelmotor | 5,2-l-V10-Saugmotor, Mittelmotor |
| Leistung | 455 PS bei 7.000/min | 640 PS bei 8.000/min |
| Getriebe | 5-Gang manuell, Heckantrieb | 7-Gang-Doppelkupplung, Allrad |
| 0–100 km/h | ca. 4,8 s | 2,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | ca. 295 km/h | 325 km/h |
| Türen | Scherentüren | konventionell |
| Fahrhilfen | keine | LDVI, Allrad, Hinterachslenkung |
Fazit
Der Countach war das Poster an der Wand einer ganzen Generation – und das Auto, das Lamborghini seine Identität gab: Keilform, Scherentüren, ein Saugmotor hinter dem Fahrer und eine Kompromisslosigkeit, die ihn schwer zu fahren, aber unvergesslich machte. Der Huracán EVO ist die zivilisierte Fortsetzung: dieselbe Form, derselbe Motorcharakter, aber ein Auto, das man auf einer Passstraße genießen statt bezwingen muss. Bei uns steht er bereit.
Häufige Fragen zum Lamborghini Countach
Was bedeutet der Name Countach?
„Countach“ ist ein Ausruf des Staunens im piemontesischen Dialekt. Der Legende nach rief ein Bertone-Mitarbeiter das Wort beim ersten Anblick der Studie LP500 – und der Name blieb.
Wie viele Lamborghini Countach wurden gebaut?
Knapp 2.000 Exemplare zwischen 1974 und 1990, verteilt auf LP400, LP400 S, LP500 S, 5000 Quattrovalvole und 25th Anniversary.
Warum hat der Countach Scherentüren?
Wegen der Breite und der hohen Schweller: Konventionelle Türen hätten in Garagen und Parklücken nicht geöffnet werden können. Seitdem sind Scherentüren das Markenzeichen der Zwölfzylinder-Lamborghini.
Kann man einen Countach mieten?
Bei Diamond Cars nicht – der Countach ist ein Sammlerstück. Den Mittelmotor-Sauger aus Sant’Agata fährst Du bei uns im Lamborghini Huracán EVO mit 640 PS.
Was hat der Huracán EVO vom Countach geerbt?
Die Keilform, den Mittelmotor und den Saugmotor mit hoher Drehzahl. Dazu kommen Allrad, Hinterachslenkung und Doppelkupplungsgetriebe – Technik, die den Countach für heutige Fahrer fahrbar gemacht hätte.



