ModellporträtLamborghini

Lamborghini Huracán EVO: Warum der V10-Saugmotor so einzigartig klingt

Kein Turbo, 8.000 Umdrehungen und ein Zehnzylinder, der aus 5,2 Litern Hubraum 640 PS holt: Der Huracán EVO ist der letzte Lamborghini mit Saugmotor-V10 – und das meistgefragte Auto in unserer Flotte. Ein Porträt über Technik, Sound und Fahrgefühl.

Lamborghini Huracán EVO in Blau aus der Flotte von Diamond Cars in Grünwald bei München
Der Lamborghini Huracán EVO aus der Diamond-Cars-Flotte: 5,2-Liter-V10-Saugmotor, 640 PS, Allradantrieb. Foto: Diamond Cars.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Huracán EVO (2019–2024) ist die überarbeitete Version des Huracán von 2014 und übernimmt den Motor des Performante: 5,2-Liter-V10-Saugmotor mit 640 PS bei 8.000/min und 600 Nm bei 6.500/min.
  • Allradantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Hinterachslenkung und die Fahrdynamik-Zentrale LDVI, die Lenkung, Antrieb und Dämpfer vorausschauend abstimmt.
  • 0–100 km/h in 2,9 Sekunden (Werksangabe Allrad), Höchstgeschwindigkeit 325 km/h, Trockengewicht 1.422 kg.
  • Der V10 ist ein Saugmotor ohne Turbolader – deshalb die sofortige Gasannahme, die hohe Drehzahl und der Klang, den kein Turbomotor nachahmen kann.
  • Bei Diamond Cars kannst Du den Lamborghini Huracán EVO in München mieten – Modell garantiert, Vollkasko inklusive.

Geschichte: vom Gallardo zum Huracán EVO

Der Huracán trat 2014 die Nachfolge des Gallardo an, des bis dahin meistgebauten Lamborghini. Der Name stammt – wie bei Lamborghini üblich – von einem Kampfstier: Huracán kämpfte 1879 in Alicante und war für seinen unbeugsamen Charakter bekannt. Der erste Huracán hieß LP 610-4 (610 PS, Allrad, Längsmotor), 2017 folgte der auf Rundenzeiten getrimmte Performante mit 640 PS, der auf der Nürburgring-Nordschleife einen Serienrekord aufstellte.

2019 kam der Huracán EVO: Er übernahm den Performante-Motor, bekam ein neues Design mit größeren Lufteinlässen, ein integriertes Heck mit hochgesetzten Auspuffrohren und vor allem neue Elektronik. Bis 2024 wurde der EVO gebaut, dann übernahm der Temerario mit V8-Hybrid. Damit ist der Huracán EVO der letzte Lamborghini mit reinem Saugmotor-V10 – und genau das macht ihn heute so begehrt.

Motor: 5,2 Liter, zehn Zylinder, kein Turbo

Der V10 im Huracán EVO gehört zu den letzten großvolumigen Saugmotoren im Serienbau. 5.204 cm³ Hubraum, zehn Zylinder im 90-Grad-Winkel, Trockensumpfschmierung, kombinierte Saugrohr- und Direkteinspritzung. Die Leistung: 640 PS (470 kW) bei 8.000/min, das maximale Drehmoment von 600 Nm liegt bei 6.500/min an – also weit oben, typisch für einen Saugmotor.

Was das in der Praxis heißt: Der Motor reagiert ohne Verzögerung auf das Gaspedal, weil kein Turbolader erst Druck aufbauen muss. Dafür muss man ihn drehen. Unter 4.000/min ist der Huracán zügig, ab 5.000/min wird er ernst, und zwischen 6.500 und 8.500/min passiert das, wofür man diesen Wagen fährt. Ein Turbomotor wie im Ferrari 488 GTB liefert seine Kraft früher und breiter – der V10 belohnt dafür den, der bis zum Begrenzer geht.

Die Kraft verteilt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (Lamborghini nennt es LDF) auf alle vier Räder. Der Allradantrieb ist hecklastig ausgelegt und kann bei Bedarf einen großen Teil des Drehmoments nach vorn schicken – das erklärt die Werksangabe von 2,9 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h.

Sound: warum der V10 so klingt

Der Klang eines Motors hängt von der Zylinderzahl, der Zündfolge, der Drehzahl und der Abgasanlage ab. Ein V10 zündet fünfmal pro Kurbelwellenumdrehung – mehr als ein V8, weniger als ein V12. Das Ergebnis liegt tonal genau dazwischen: tiefer und rauer als ein Zwölfzylinder, heller und schneller als ein V8. Weil der Huracán bis 8.500/min dreht, überstreicht er dabei fast zwei Oktaven.

Der zweite Grund ist das Fehlen eines Turboladers. Turbinen sitzen im Abgasstrom und schlucken einen Teil der Druckwellen, die den Klang tragen. Beim Huracán gehen die Abgase ungefiltert durch Krümmer und Klappenanlage. Im Modus Strada bleiben die Klappen bis in mittlere Drehzahlen geschlossen, in Sport und Corsa öffnen sie – und dann hört man beim Gaswegnehmen das Knallen im Schub, das der Huracán zu seinem Markenzeichen gemacht hat.

Bei Übergaben zeigen wir das im Stand: Ein kurzer Gasstoß in Sport, und jeder im Umkreis von hundert Metern dreht sich um. In München sollte man das mit Bedacht einsetzen. Auf einer freien Bergstraße gibt es dagegen wenig, das näher an einen Rennwagen herankommt.

Lamborghini Huracán EVO von hinten mit den hochgesetzten Auspuffrohren
Beim EVO sitzen die Endrohre hoch im Heck, direkt unter dem Diffusor – kurzer Weg vom Motor zum Ohr.

Technik: LDVI, Hinterachslenkung, Fahrmodi

Die wichtigste Neuerung des EVO ist nicht sichtbar. Lamborghini Dinamica Veicolo Integrata (LDVI) ist eine zentrale Steuerung, die Lenkung, Allradverteilung, Torque Vectoring, adaptive Dämpfer und Traktionskontrolle zusammenführt. Sie wertet Sensordaten in Echtzeit aus und stimmt die Systeme nicht erst ab, wenn das Auto reagiert, sondern schon, wenn der Fahrer lenkt oder Gas gibt. Lamborghini spricht von „vorausschauender Logik“.

Dazu kommt eine Hinterachslenkung: Bei niedrigem Tempo lenken die Hinterräder gegen die Vorderräder und verkürzen so den Radstand gefühlt, bei hohem Tempo lenken sie mit und machen den Wagen stabiler. Über den ANIMA-Schalter am Lenkrad wählst Du zwischen drei Fahrmodi: Strada für den Alltag, Sport für die Landstraße mit lockerer Traktionskontrolle und offener Abgasklappe, Corsa für die Rennstrecke mit den schnellsten Schaltzeiten.

Fahrgefühl & Alltag

Der Huracán EVO ist überraschend einfach zu fahren. Die Sitzposition ist tief, die Frontscheibe flach, die Nase kurz – man sitzt fast auf der Vorderachse und sieht die Straße direkt vor sich. Die Lenkung ist leicht und sehr direkt, der Allradantrieb sorgt dafür, dass auch bei nasser Straße nichts passiert, was man nicht will. Mit LDVI fährt sich der EVO in Strada ruhig und berechenbar, in Sport wird er spürbar hecklastiger.

Grenzen setzt das Konzept: Der Kofferraum vorn fasst rund 100 Liter, hinter den Sitzen ist kein Platz, die Sicht nach hinten ist eingeschränkt. Ein Liftsystem hebt die Front für Garagen und Bordsteine an. Für ein Wochenende zu zweit mit leichtem Gepäck reicht das – wer mehr transportieren will, nimmt den Lamborghini Urus.

Lamborghini Huracán EVO in Blau in der Frontansicht
Flache Nase, große Lufteinlässe: Die Front des EVO wurde gegenüber dem ersten Huracán komplett neu gezeichnet.

Für wen ist der Huracán EVO das richtige Auto?

Für alle, denen es beim Sportwagen um den Motor geht. Wer den unverfälschten Saugmotor-Klang sucht, wer bis zum Begrenzer drehen und dabei gehört werden will, findet in unserer Flotte nichts Passenderes. Der Huracán ist außerdem das Auto, das die meiste Aufmerksamkeit bekommt – bei Hochzeiten, Geburtstagen und Fotoproduktionen ist er die erste Wahl.

Wer einen etwas leiseren, kräftigeren Alltagsbegleiter möchte, ist beim Ferrari 488 GTB richtig; wer den puristischen Fahrerauto-Charakter mit Saugmotor sucht, beim Porsche 911 GT3. Wie sich Ferrari und Lamborghini direkt vergleichen, liest Du im Beitrag Ferrari 488 GTB vs. Lamborghini Huracán EVO.

Varianten der Baureihe

Huracán-Baureihe im Vergleich
ModellBauzeitLeistung0–100 km/hMerkmal
Huracán LP 610-42014–2019610 PS3,2 serstes Modell, Allrad
Huracán Performante2017–2019640 PS2,9 saktive Aerodynamik ALA, Nordschleifen-Rekord
Huracán EVO2019–2024640 PS2,9 sLDVI, Hinterachslenkung, Allrad
Huracán EVO RWD2020–2024610 PS3,3 sHeckantrieb, leichter
Huracán STO / Tecnica2021–2024640 PS3,0 / 3,2 sHeckantrieb, rennsportnah

Fazit

Der Lamborghini Huracán EVO ist ein Auto aus einer Zeit, die gerade zu Ende geht: ein großer Saugmotor ohne Elektrifizierung, der für seinen Klang und seine Drehfreude gebaut wurde. Die Elektronik des EVO macht ihn dabei so zugänglich, dass auch Fahrer ohne Sportwagen-Erfahrung sicher unterwegs sind. Wer den V10 einmal bis 8.500/min gedreht hat, versteht, warum dieses Auto bei uns am häufigsten angefragt wird.

Häufige Fragen zum Lamborghini Huracán EVO

Wie viel PS hat der Lamborghini Huracán EVO?

Der Huracán EVO leistet 640 PS (470 kW) bei 8.000/min aus einem 5,2-Liter-V10-Saugmotor. Das maximale Drehmoment beträgt 600 Nm bei 6.500/min.

Hat der Huracán EVO einen Turbo?

Nein. Der V10 ist ein Saugmotor ohne Turbolader oder Kompressor. Das sorgt für die direkte Gasannahme, die hohe Drehzahl von bis zu 8.500/min und den charakteristischen Klang.

Wie schnell ist der Huracán EVO?

Lamborghini gibt für den Huracán EVO mit Allradantrieb 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 9,0 Sekunden von 0 auf 200 km/h an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 325 km/h.

Warum heißt der Lamborghini Huracán?

Lamborghini benennt seine Modelle traditionell nach Kampfstieren. Huracán war ein Stier, der 1879 in Alicante kämpfte und als besonders unbeugsam galt. Das spanische Wort bedeutet außerdem „Hurrikan“.

Kann man einen Lamborghini Huracán in München mieten?

Ja. Bei Diamond Cars in Grünwald bei München steht der Huracán EVO als garantiertes Modell bereit – ab 750 € für eine Ausfahrt, Vollkasko inklusive. Mindestalter 23 Jahre, Führerschein seit mindestens drei Jahren.

Über den Autor
Lukas Schulte

Vermietet mit Diamond Cars seit 2015 Sportwagen und Luxus-SUV in München – aus eigener Flotte, mit persönlicher Übergabe und Einweisung. Die Beiträge im Ratgeber beruhen auf dem täglichen Umgang mit den Fahrzeugen und auf geprüften Herstellerangaben.

Quellen: Automobili Lamborghini S.p.A., technische Daten und Pressematerial zum Huracán EVO (2019) · eigene Fahrzeugdaten und Erfahrungen aus der Vermietung.

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