Mercedes-Benz G 500 4x4²: Die G-Klasse auf Portalachsen – 45 Zentimeter über dem Boden

Eine G-Klasse mit Portalachsen aus dem 6x6, 45 Zentimeter Bodenfreiheit, einem Meter Wattiefe und 22-Zoll-Rädern, die aus jedem anderen Auto ein Spielzeug machen. Der G 500 4x4² von 2015 war die Antwort auf die Frage, was passiert, wenn Mercedes die G-Klasse ins Extrem treibt. Ein Porträt – und was der G63 unserer Flotte davon hat.

Mercedes-AMG G63 aus der Flotte von Diamond Cars – die G-Klasse in ihrer stärksten Serienform
Dieselbe Basis, 585 PS: der Mercedes-AMG G63 aus unserer Flotte. Foto: Diamond Cars.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorgestellt im März 2015 auf dem Genfer Salon, gebaut 2015 bis 2017 auf Basis der G-Klasse W463 – Neupreis rund 226.000 Euro.
  • Portalachsen wie beim G 63 AMG 6x6: 450 mm Bodenfreiheit, 1.000 mm Wattiefe, Böschungswinkel 52 Grad vorn.
  • 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 422 PS und 610 Nm, Siebengang-Automatik, drei sperrbare Differenziale – 0–100 km/h in 7,4 s, 210 km/h Spitze.
  • Zwei Federbeine pro Rad, 2,1 Meter Breite, 22-Zoll-Räder mit 325er-Reifen, rund drei Tonnen Gewicht.
  • Der Motor ist derselbe wie im Mercedes-AMG G63 unserer Flotte – dort mit 585 PS auf normaler Höhe.

Geschichte: vom 6x6 zum 4x4²

Die G-Klasse ist seit 1979 im Grunde dasselbe Auto: Leiterrahmen, Starrachsen, drei Differenzialsperren, ursprünglich für das österreichische Bundesheer und den Schah von Persien entwickelt. Über die Jahrzehnte wurde sie vom Militärfahrzeug zum Luxus-Geländewagen, ohne dass sich an der Grundkonstruktion viel änderte. 2013 zeigte Mercedes-AMG, wie weit das Konzept dehnbar ist: der G 63 AMG 6x6, ein sechsrädriger Pick-up mit Portalachsen, ursprünglich für die australische Armee entwickelt, 100 Exemplare für Kunden mit sehr viel Geld.

Der 6x6 hinterließ eine Frage: Geht das auch mit vier Rädern? Die Antwort stand im März 2015 in Genf – als Studie, die so viel Resonanz bekam, dass Mercedes sie noch im selben Jahr in Serie brachte. Der G 500 4x4² (gesprochen „vier mal vier hoch zwei“) übernahm die Portalachsen des 6x6, die Breitbau-Kotflügel und die Doppelfederbeine, blieb aber ein normal langer Geländewagen mit fünf Türen. Gebaut wurde er bis 2017 in Graz, dann endete die Baureihe W463; 2022 folgte auf der neuen Generation der Mercedes-AMG G 63 4x4².

Technik: Portalachsen, Doppelfederbeine, drei Sperren

Das Prinzip der Portalachse: Die Radnabe sitzt nicht auf Höhe der Achse, sondern darunter, verbunden über ein Stirnradgetriebe im Portalgehäuse. Die Achse selbst liegt dadurch höher – beim 4x4² ergibt das 450 Millimeter Bodenfreiheit statt 210 bei der normalen G-Klasse und eine Wattiefe von einem Meter. Die Spurweite wächst um rund 30 Zentimeter, weshalb der Wagen 2,1 Meter breit ist und Kotflügelverbreiterungen aus Kohlefaser trägt.

Weil ein so hohes Auto sonst in jeder Kurve kippen würde, hat jedes Rad zwei Federbeine mit verstellbaren Dämpfern – Sport oder Komfort per Knopfdruck. Der Motor ist der 4,0-Liter-V8-Biturbo M176 mit 422 PS und 610 Nm, gekoppelt an die Siebengang-Automatik 7G-Tronic und ein Verteilergetriebe mit Untersetzung. Die drei Differenzialsperren – Mitte, hinten, vorn – lassen sich während der Fahrt zuschalten. 0–100 km/h in 7,4 Sekunden und 210 km/h Spitze für ein Auto, das drei Tonnen wiegt und aussieht wie eine Skulptur.

Fahrgefühl: über allem

Im 4x4² sitzt man auf Augenhöhe mit Lkw-Fahrern. Der Einstieg ist eine Kletterpartie, der Blick nach vorn geht über die Dächer der anderen Autos, und auf der Straße fährt der Wagen erstaunlich gut: Die Portalachsen mit den Doppelfederbeinen sind straffer als bei der normalen G-Klasse, die Lenkung präziser, weil die breite Spur das Wanken begrenzt. Der V8 klingt tief und ist auch bei 400 PS lauter, als man von einem Mercedes erwartet.

Im Gelände ist der 4x4² nahezu unaufhaltsam. Hindernisse, an denen jeder andere Serien-Geländewagen scheitert – Felsen, tiefe Furten, Steigungen von 100 Prozent – nimmt er mit eingeschalteten Sperren im Schritttempo. Dass die wenigsten Exemplare je Schlamm gesehen haben und stattdessen zwischen Dubai, Monaco und Beverly Hills pendeln, ändert nichts daran, dass sie es könnten.

Mercedes-AMG G63 – V8-Biturbo mit 585 PS auf der Basis der G-Klasse
Derselbe 4,0-Liter-V8-Biturbo, hier mit 585 PS: der Mercedes-AMG G63 mit seitlichen Auspuffrohren.

Das Erbe: vom 4x4² zum Mercedes-AMG G63

Der G 500 4x4² zeigte, wie viel Extrem die G-Klasse verträgt – und der Mercedes-AMG G63 zeigt, wie viel Leistung. Beide teilen das Herz: den 4,0-Liter-V8-Biturbo M176 beziehungsweise M177, den AMG im G63 auf 585 PS und 850 Nm bringt. Beide teilen Leiterrahmen, drei Differenzialsperren und das kantige Design, das seit 1979 kaum verändert wurde. Der Unterschied liegt in der Ausrichtung: Der 4x4² ist für das Gelände gebaut, der G63 für die Straße – 0–100 km/h in 4,5 Sekunden, 220 km/h Spitze (mit AMG Driver’s Package 240), seitliche Auspuffrohre, die den V8 hörbar machen.

Der G63 ist das Modell, das die G-Klasse zum Statussymbol gemacht hat, und das einzige Auto in unserer Flotte, das ab 21 Jahren gemietet werden kann. Wer die Präsenz des 4x4² will, ohne 45 Zentimeter über dem Boden zu sitzen, findet sie hier – in München statt in Dubai.

G 500 4x4² und Mercedes-AMG G63 im Vergleich
G 500 4x4² (2015)Mercedes-AMG G63 (2018)
Motor4,0-l-V8-Biturbo (M176)4,0-l-V8-Biturbo (M177)
Leistung422 PS, 610 Nm585 PS, 850 Nm
Getriebe7-Gang-Automatik, Allrad, 3 Sperren9-Gang-Automatik, Allrad, 3 Sperren
0–100 km/h7,4 s4,5 s
Höchstgeschwindigkeit210 km/h220 km/h (240 mit Driver’s Package)
Bodenfreiheit450 mm241 mm
Breite2.100 mm1.931 mm
Gewichtca. 3.000 kgca. 2.560 kg

Fazit

Der G 500 4x4² war eine Studie, die Mercedes wegen der Nachfrage bauen musste – ein Geländewagen, der jedes Hindernis nimmt und dessen wahre Aufgabe darin besteht, angesehen zu werden. Er hat die G-Klasse als Ikone bestätigt, die sich in jede Richtung dehnen lässt. Der Mercedes-AMG G63 ist die alltagstauglichste dieser Richtungen: derselbe V8, mehr Leistung, normale Höhe. Bei uns steht er bereit – als einziges Modell unserer Flotte schon ab 21 Jahren.

Häufige Fragen zum Mercedes-Benz G 500 4x4²

Was bedeutet 4x4² bei der G-Klasse?

„Vier mal vier hoch zwei“: ein Allradler mit Portalachsen, also einer Übersetzung in den Radnaben, die die Achse höher legt. Das Ergebnis sind 450 mm Bodenfreiheit statt 210 mm bei der normalen G-Klasse.

Wie viel kostete der G 500 4x4²?

Rund 226.000 Euro in Deutschland – damit war er 2015 die teuerste G-Klasse mit vier Rädern. Der sechsrädrige G 63 AMG 6x6 lag noch deutlich darüber.

Wie viele G 500 4x4² wurden gebaut?

Mercedes hat keine offizielle Stückzahl genannt; das Modell lief von 2015 bis 2017 in Kleinserie in Graz. 2022 folgte der Mercedes-AMG G 63 4x4² auf der neuen Generation.

Kann man einen G 500 4x4² mieten?

Bei Diamond Cars nicht. Die G-Klasse in ihrer stärksten Serienform, den Mercedes-AMG G63 mit 585 PS, fährst Du bei uns – schon ab 21 Jahren.

Was haben G 500 4x4² und G63 gemeinsam?

Den Leiterrahmen, die drei Differenzialsperren, das Design und den 4,0-Liter-V8-Biturbo. Der G63 hat 585 statt 422 PS, fährt auf normaler Höhe und ist auf der Straße deutlich schneller.

Über den Autor
Lukas Schulte

Vermietet mit Diamond Cars seit 2015 Sportwagen und Luxus-SUV in München – aus eigener Flotte, mit persönlicher Übergabe und Einweisung. Die Beiträge im Ratgeber beruhen auf dem täglichen Umgang mit den Fahrzeugen und auf geprüften Herstellerangaben.

Quellen: Mercedes-Benz AG und Mercedes-AMG GmbH, Pressematerial und technische Daten zum G 500 4x4² (2015) und Mercedes-AMG G63 (2018) · Magna Steyr, Graz · eigene Erfahrungen mit dem G63 aus der Vermietung.

Bereit auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen?