Welcher Sportwagen klingt am besten? Die sechs Motoren unserer Flotte im Klangvergleich

Zwei V10-Sauger, ein Boxer mit 9.000 Touren, drei V8-Biturbos: Kaum eine Flotte deckt so viele Motorkonzepte ab wie unsere. Wir beschreiben, wie jedes Auto klingt – im Stand, beim Hochdrehen und im Tunnel – und für wen welcher Sound der richtige ist.

Lamborghini Huracán EVO – der V10-Saugmotor ist der lauteste Motor der Diamond Cars Flotte
Der lauteste Motor der Flotte: der 5,2-Liter-V10 im Huracán EVO. Foto: Diamond Cars.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am lautesten und am höchsten: der V10-Saugmotor im Lamborghini Huracán EVO – kein Turbolader dämpft ihn, und er dreht bis über 8.000/min.
  • Am ungewöhnlichsten: der Sechszylinder-Boxer im Porsche 911 GT3 – heiser, metallisch, bis 9.000/min.
  • Am tiefsten: die V8-Biturbos in Mercedes-AMG G63 und Lamborghini Urus – ein Bass, der schon im Leerlauf spürbar ist.
  • Der Audi R8 Spyder teilt sich den V10 mit dem Huracán, ist aber gedämpfter abgestimmt – und mit offenem Verdeck der Wagen, bei dem Du den Motor am direktesten hörst.
  • Der Ferrari 488 GTB klingt dank Turbolader dunkler als die Sauger, dafür mit dem typischen Zischen beim Gaswegnehmen.

Was den Klang bestimmt

Drei Dinge entscheiden, wie ein Motor klingt: die Zahl der Zylinder, die Drehzahl und der Weg, den das Abgas nimmt. Mehr Zylinder bedeuten mehr Zündungen pro Umdrehung – ein V10 klingt deshalb heller und dichter als ein V8 bei gleicher Drehzahl. Je höher ein Motor dreht, desto höher wird der Ton. Und ein Turbolader sitzt im Abgasstrom wie ein Schalldämpfer: Er nimmt dem Klang die Schärfe und fügt sein eigenes Zischen hinzu. Wer die Zusammenhänge im Detail wissen will, findet sie im Beitrag Saugmotor, Biturbo, Boxer. Hier geht es um die Praxis: Wie klingen die sechs Autos, die in Grünwald stehen?

Lamborghini Huracán EVO: der V10, der alles übertönt

Der 5,2-Liter-V10 des Huracán EVO ist ohne Aufladung, ohne Zylinderabschaltung und ohne Rücksicht auf Nachbarn. Im Stand ein unruhiger, kerniger Leerlauf, der beim Starten mit einem kurzen Aufheulen beginnt. Ab etwa 4.000/min öffnen sich die Abgasklappen, und der Ton wechselt von einem tiefen Grollen in einen hellen, fast metallischen Schrei, der bis über 8.000/min immer weiter ansteigt. Beim Schalten der Doppelkupplung gibt es im Modus Corsa ein kurzes, hartes Knallen aus dem Auspuff.

Der Huracán ist das lauteste Auto unserer Flotte. Wer ihn in Sport oder Corsa durch einen Tunnel fährt, versteht sein eigenes Wort nicht mehr – das ist genau der Grund, warum viele Kunden ihn mieten. Wer es dezenter mag, lässt den Modus Strada eingeschaltet: Dann bleiben die Klappen unterhalb hoher Drehzahlen geschlossen, und der V10 ist erstaunlich verträglich.

Audi R8 V10 Spyder: derselbe Motor, offener Himmel

Im R8 V10 performance Spyder arbeitet derselbe 5,2-Liter-V10 wie im Huracán – beide Autos entstehen auf einer gemeinsamen technischen Basis. Audi stimmt den Motor jedoch ruhiger ab: Der Leerlauf ist gleichmäßiger, das Aufheulen beim Start kürzer, und die Abgasanlage ist im Comfort-Modus deutlich gedämpfter. Erst mit der Taste für die Sportabgasanlage und im Modus Dynamic kommt der V10 an die Lautstärke des Lamborghini heran.

Was der R8 dem Huracán voraushat, ist das Verdeck. Mit offenem Stoffdach sitzt Du praktisch neben dem Motor und hörst jedes Detail: das Ansaugen bei niedrigen Drehzahlen, den Wechsel des Klangs bei 4.000/min, das Zwischengas beim Herunterschalten. Bei geschlossenem Verdeck ist der R8 der leisere V10 – bei offenem der unmittelbarere. Für die Fahrt durch die Bergstraßen südlich von München gibt es kaum eine bessere Kombination.

Audi R8 V10 performance Spyder mit offenem Verdeck
Offen gefahren, hört man den V10 des R8 Spyder unmittelbarer als jeden anderen Motor der Flotte.

Porsche 911 GT3: der Boxer mit 9.000 Touren

Der 4,0-Liter-Sechszylinder im 911 GT3 ist ein Boxermotor – die Zylinder liegen flach gegenüber – und ein Saugmotor, der bis 9.000/min dreht. Das ergibt einen Klang, den es sonst in keinem Straßenauto gibt: unten heiser und rau, in der Mitte mit dem typischen Boxer-Trommeln, oben ein durchdringendes, metallisches Kreischen, das eher nach Rennwagen als nach Sportwagen klingt. Weil der Motor hinten sitzt und die Abgasanlage kurz ist, ist der GT3 im Innenraum lauter, als es die Lautstärke außen vermuten lässt.

Der GT3 ist nicht der lauteste Wagen der Flotte, aber der, den Kenner am liebsten hören. Die letzten 2.000 Umdrehungen vor dem Begrenzer sind das eigentliche Ereignis – dorthin kommt man auf öffentlichen Straßen nur in den unteren Gängen, etwa am Ausgang einer Haarnadelkurve. Mehr dazu, welche Strecken das erlauben, im Beitrag Sportwagen-Routen ab München.

Ferrari 488 GTB: der Turbo, der nicht wie einer klingt

Beim 488 GTB hat Ferrari 2015 vom Saug-V8 des 458 Italia auf einen 3,9-Liter-V8-Biturbo umgestellt – und viel Aufwand getrieben, damit der Wagen trotzdem wie ein Ferrari klingt. Die Auspuffkrümmer haben gleich lange Rohre, damit sich die Zündimpulse zu einem sauberen Ton addieren, und der Motor dreht mit 8.000/min für einen Turbo ungewöhnlich hoch. Das Ergebnis: dunkler und voller als der 458, aber mit klarem, hellem Anstieg über 5.000/min. Dazu kommt das Zischen der Turbolader beim Gaswegnehmen und das Rauschen des Ansaugtrakts hinter den Kopfstützen.

Wer den Ferrari mit dem Huracán vergleicht, wird ihn leiser finden – der Turbo dämpft. Dafür hat der 488 den kultivierteren Klang: kein Schreien, sondern ein tiefes, sattes Anschwellen, das bei 3.000/min mit 760 Nm einsetzt. Den direkten Vergleich der beiden haben wir im Beitrag 488 GTB gegen Huracán EVO.

Mercedes-AMG G63 und Lamborghini Urus: die Bass-Fraktion

Die beiden Luxus-SUV haben beide einen 4,0-Liter-V8-Biturbo, aber zwei völlig unterschiedliche Stimmen. Der G63 hat seine Endrohre seitlich vor den Hinterrädern – und den tiefsten Klang der Flotte. Im Leerlauf ein blubberndes, unregelmäßiges Grollen, das die Fensterscheiben in der Umgebung mitschwingen lässt; unter Last ein Donnern, wie man es von amerikanischen V8 kennt, mit lautem Knistern und Knallen im Schiebebetrieb. Der G63 dreht nicht hoch, er muss es nicht: Das Erlebnis findet zwischen 2.000 und 5.000/min statt.

Der Urus nutzt einen verwandten V8, klingt aber heller und sportlicher. Lamborghini lässt ihn im Modus Corsa lauter und aggressiver werden als jeden anderen SUV, mit hartem Auspuffknallen beim Schalten der Achtgang-Automatik. Wer beide gegeneinander stellt, hört den Unterschied sofort: Der G63 brummt, der Urus bellt. Was sie sonst unterscheidet, steht im Beitrag Urus gegen G63.

Die Rangliste – nach Lautstärke, nach Charakter

Nach Lautstärke (im Sport- oder Corsa-Modus, offene Klappen): Huracán EVO, dann R8 Spyder mit offenem Verdeck, dann Urus, 911 GT3, 488 GTB, G63. Wobei der G63 mit seinem tiefen Bass oft als lauter wahrgenommen wird, als es das Messgerät sagt.

Nach Charakter ist die Reihenfolge Geschmackssache. Wer den klassischen, hohen Supersportwagen-Schrei will, nimmt den Huracán oder den R8. Wer Motorsport hören will, den GT3. Wer den vollen, dunklen Ton mit Turbozischen mag, den Ferrari. Und wer einfach den fettesten V8 sucht, den G63. In der Praxis raten wir bei der Buchung so: Erste Sportwagen-Miete und viel Sound gewünscht – Huracán. Offen fahren und den Motor genießen – R8 Spyder. Fahren steht über allem – GT3.

So hörst Du den Motor am besten

Fahrmodus. Bei allen sechs Autos öffnet erst der Sport- oder Corsa-Modus die Abgasklappen ganz. Im Basismodus sind sie deutlich leiser – praktisch in Wohngebieten und am frühen Morgen. Welche Taste wo sitzt, erklären wir bei der Übergabe und im Beitrag Fahrmodi und Launch Control.

Fenster und Verdeck. Ein Spalt offenes Fenster reicht, um im Coupé den Auspuff deutlich zu hören. Der R8 Spyder öffnet sein Verdeck in rund 20 Sekunden bis 50 km/h.

Tunnel und Unterführungen. Der Klassiker – im Raum München zum Beispiel die Tunnel am Mittleren Ring (Petuel, Richard-Strauss) oder der Tunnel der A95 bei Garmisch. Ein Gang tiefer als nötig, gleichmäßig Gas.

Drehzahl statt Tempo. Der Klang eines Saugmotors entsteht oben im Drehzahlband, nicht bei hoher Geschwindigkeit. Im zweiten Gang bei 7.000/min fährt der GT3 keine 100 km/h – und klingt besser als im sechsten bei 200.

Rücksicht. Nachts in der Stadt und in Kurorten wie Tegernsee gelten Lärmvorschriften, und Kontrollen auf „unnötigen Lärm“ nehmen zu. Der Basismodus ist dort die richtige Wahl – die Berge und die Autobahn sind der Platz für den Sound.

Fazit

Es gibt nicht den einen besten Sound, aber es gibt für jeden Geschmack den richtigen: den schreienden V10 im Huracán, den offenen V10 im R8 Spyder, den Rennmotor im GT3, den vollen Turbo-V8 im Ferrari und die beiden Bass-SUV. Wer sich nicht entscheiden kann, hört sie sich bei der Übergabe an – wir starten sie gern nacheinander.

Häufige Fragen zum Sound unserer Sportwagen

Welcher Sportwagen in der Flotte ist am lautesten?

Der Lamborghini Huracán EVO. Sein 5,2-Liter-V10-Saugmotor hat keinen Turbolader, der den Klang dämpft, und dreht bis über 8.000/min – im Modus Sport oder Corsa mit vollständig geöffneten Abgasklappen.

Klingen Audi R8 und Huracán gleich?

Der Motor ist derselbe 5,2-Liter-V10, die Abstimmung nicht: Der R8 ist im Comfort-Modus deutlich gedämpfter und kommt erst mit Sportabgasanlage und Modus Dynamic an den Lamborghini heran. Dafür hörst Du ihn als Spyder mit offenem Verdeck direkter.

Warum klingt der Ferrari 488 GTB leiser als der Lamborghini?

Weil der 488 GTB zwei Turbolader hat. Sie sitzen im Abgasstrom und wirken wie ein Schalldämpfer. Ferrari gleicht das mit gleich langen Krümmerrohren und hoher Drehzahl aus – der 488 klingt dunkler und voller, aber nicht so schreiend wie ein Saugmotor.

Kann ich den Sound leiser stellen?

Ja. Im Basismodus (Strada, Comfort, Normal) bleiben die Abgasklappen bei niedrigen Drehzahlen geschlossen, und alle sechs Autos sind deutlich leiser. Der Sport- oder Corsa-Modus öffnet die Klappen. Wir zeigen Dir die Bedienung bei der Übergabe.

Welcher Motor dreht am höchsten?

Der Sechszylinder-Boxer im Porsche 911 GT3 mit 9.000/min. Die beiden V10 in Huracán und R8 sowie der V8 im Ferrari drehen bis rund 8.000/min, die V8-Biturbos in G63 und Urus erreichen ihre Leistung schon bei 6.000/min.

Über den Autor
Lukas Schulte

Vermietet mit Diamond Cars seit 2015 Sportwagen und Luxus-SUV in München – aus eigener Flotte, mit persönlicher Übergabe und Einweisung. Die Beiträge im Ratgeber beruhen auf dem täglichen Umgang mit den Fahrzeugen und auf geprüften Herstellerangaben.

Quellen: Technische Daten nach Herstellerangaben (Ferrari, Lamborghini, Porsche, Audi, Mercedes-AMG) · Eigene Erfahrung aus Übergaben und Fahrten mit den Fahrzeugen der Flotte · Klangbeschreibungen sind subjektiv.

Bereit auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen?